Ein Posaunist, ein herbstlicher Wald und ein CD-Cover, das es noch gar nicht gab — weil die Musik dazu gerade erst entstand. Für die Portraits zu Zoltáns kommender Solo-CD wollte ich raus aus dem Studio, dorthin, wo das Licht weicher ist und die Kulisse mitspielt, statt nur Hintergrund zu sein.
Zoltán — geboren 1980 in Budapest, seit 2005 bei Mnozil Brass und mit dem Ensemble in über hundert Konzerten pro Jahr unterwegs — ist einer jener Musiker, bei denen man schnell merkt, dass das Instrument keine Arbeit ist, sondern Verlängerung. Studiert hat er an der Chopin-Universität in Warschau, eine Reihe polnischer Posaunenwettbewerbe gewonnen und von 2014 bis 2020 am Royal Northern College of Music in Manchester unterrichtet. Auf der Bühne spielt er ausschließlich seine eigenen Signature-Posaunen, die „Kissbone" und die „KissboneX", die er gemeinsam mit Schagerl entwickelt hat — dazu ein Mundstück, das eigens seinen Namen trägt. Wenn jemand so eng mit seinem Instrument verwachsen ist, fotografiert man nicht nur den Musiker, sondern auch ein Stück Handwerk.
Die Idee für die herbstliche Outdoor-Kulisse kam aus der Musik selbst. Zoltán schrieb gerade an dem Programm, das später auf der CD landen sollte — warme Töne, viel Atmosphäre — und genau das wollte ich im Bild haben: weiches Licht durch die Bäume, gedämpfte Farben, eine Umgebung, die sich wie ein Resonanzraum anfühlt statt wie ein Set. Im Auftrag von Schagerl Music und Schagerl Records, aber mit der Freiheit, es nicht wie eine klassische Coveraufnahme aussehen zu lassen.
Mein Ziel war, beide Seiten zu zeigen, die Zoltán in seine Musik trägt: die nachdenklichen, fast stillen Momente — und die natürliche Energie, die immer dann durchkommt, wenn er das Instrument ansetzt. Ein Wald nimmt einem dabei erstaunlich viel ab. Er gibt die Ruhe vor, ohne dass man sie inszenieren muss.
Danke an Zoltán für die Zeit und das Vertrauen — und an Schagerl Music und Schagerl Records für den Auftrag und die Freiheit, daraus mehr als ein Produktfoto zu machen.