Mit James Morrison fotografiert man nicht einfach. Man diskutiert, philosophiert, lacht — und weiß am Ende des Tages mehr über Jachtelektronik als zu Beginn.
James — geboren 1962 in Boorowa, australische Jazz-Legende, Multiinstrumentalist im wörtlichsten Sinn. Klavier mit sechs, Blechblas mit sieben, professionelle Bühnen als Teenager, und seitdem mit so ziemlich jedem Instrument durch, das man halten, blasen oder zupfen kann: Trompete, Posaune, Tuba, Euphonium, Flügelhorn, Saxophone, Klarinette, Kontrabass, Klavier. Er hat die Eröffnungsfanfare der Olympischen Spiele 2000 in Sydney gespielt, eigene Bands geleitet, Werke für große Ensembles komponiert — und ist mit all dem einer der entspanntesten und gesprächigsten Menschen, denen man im Studio begegnen kann.
Mit James wird es nie langweilig. Man kann stundenlang über Gott und die Welt diskutieren, er hat zu allem eine Meinung und ist an allem interessiert — eine Eigenschaft, in der ich mich wiedererkenne und die solche Sessions zur Freude macht. Nach dem letzten Shooting ist er direkt weiter nach Spanien auf die Jacht eines Freundes geflogen, um mit der Crew die technischen Details des Schiffs durchzugehen. Ein wandelndes Lexikon mit mehr Abenteuern in den Knochen als Mank Hausnummern hat.
Fotografisch ist das ein Geschenk: Wer so präsent ist, muss vor der Kamera nicht inszeniert werden. Man stellt das Licht, man stellt die Frage, und der Rest passiert von selbst. Die Aufgabe besteht eher darin, zu wissen, wann man auf den Auslöser drückt — und wann man einfach mitredet.
Danke an James für die Zeit, die Geschichten und dafür, dass er aus jedem Shooting eine kleine Weltreise macht.