The Story of Timmy's Trumpet.

Es war beim Frequency Festival in St. Pölten, als der erste Prototyp den Besitzer wechselte. Karl Schagerl und ich standen daneben, in den Händen ein Instrument, das wochenlang in meinem Kopf, auf dem Bildschirm und schließlich in der Werkstatt Form angenommen hatte. Eine Trompete, die niemals dafür gemacht war, sich im Hintergrund zu halten.
Der Auftrag kam im Zuge meiner Arbeit als Designer bei Schagerl Music: ein Signature-Instrument für Timmy Trumpet, einen der gefragtesten Bühnenkünstler seines Fachs. Es war keine freie Spielerei, sondern Teil meiner Rolle im Unternehmen — und genau das hat den Reiz ausgemacht. Eine Marke mit über sechzig Jahren Handwerksgeschichte auf der einen Seite, ein DJ mit Hauptbühnen-Energie auf der anderen. Meine Aufgabe war es, eine Gestaltung zu finden, die beides zusammenbringt, ohne dass eine Seite die andere verschluckt.

Timmy wollte, wenn möglich, ein schwarzes Instrument. Unter den verfügbaren Optionen fand ich Mattschwarz — kein Glanz, kein Verstecken, sondern eine Fläche, die das Licht der Bühne nicht reflektiert, sondern schluckt. Genau richtig, damit die goldenen Teile darauf umso stärker herausstechen.
Das Statement war also Gold — nicht flächig, sondern als Akzent: die Stützen des Instruments in Gold, als bewusster Kontrast zum tiefen Schwarz. Ein Instrument, das auf einer EDM-Hauptbühne nicht mitschwimmt, sondern Position bezieht.

Damit aus der Idee ein echtes Bauteil wurde, ging es in die Werkstatt eines befreundeten CNC-Spezialisten. Die Vorgabe: 24 Karat Echtgold auf den Stützen — kein aufgesetzter Effekt, sondern echtes Material, das im Bühnenlicht genau so wirkt, wie es gedacht war.
Design endet für mich nicht beim Aussehen. Ich habe auch die technischen Vorgaben gemacht, wie die Stützen am Instrument angebracht werden — damit das Konzept nicht nur gut aussieht, sondern auch hält, was es verspricht. Form und Konstruktion mussten zusammenpassen, sonst wäre es bei einer schönen Skizze geblieben.

Der „timmy"-Schriftzug wurde aus Messingblech ausgeschnitten und vergoldet, parallel zu den Stützen. Beim Anblick der frischen Roh-Logos auf dem Werkstatttisch ist der Schritt zwischen Vektor und realem Bauteil immer der schönste — wenn das, was monatelang in einer Datei existiert hat, plötzlich Material wird.
Die Logos werden auf den Schallbecher montiert — sichtbar, aber nicht aufdringlich. Sie sitzen genau dort, wo Publikum und Kamera sie lesen können, wenn die Trompete hochgehalten wird. Ein Detail, das nur funktioniert, wenn es mit dem Rest der Gestaltung im selben Ton spricht.

Aus dem Konzept ist mit der Zeit eine kleine Familie geworden. Für Sonderauftritte haben wir Einzelstücke gefertigt — eine Variante in Grün als „Green Hornet", eine weitere in Rot. Die Logik bleibt dieselbe wie beim schwarzen Original: eine klare, kompromisslose Farbe, die auf der Bühne sofort gelesen wird, mit Gold als Akzent, der die Kontur trägt.
Was sich ändert, ist nur das Statement — und damit auch die Energie, die das Instrument im Set anbietet. Schwarz für das große Programm, Grün und Rot für die Abende, an denen sich das Bühnenbild ohnehin schon verschoben hat. Drei Farben, ein Aufbau.

Am Ende läuft alle Vorarbeit auf einen Moment hinaus: das Instrument, ein Spot, ein Publikum. Hier passiert das, wofür das Design gedacht war — die Trompete liest sich auch im Pyroregen, sie verschwindet nicht im Bühnenlicht, sie trägt die Silhouette.
Der Moment, in dem der fertige Prototyp dann beim Frequency in Timmys Händen lag, war die Auflösung von allem, was vorher nur Plan war. Entstanden ist die Gestaltung im Rahmen meiner Tätigkeit bei Schagerl Music, in Zusammenarbeit mit dem Team und dem Künstler.
Design & Konzept: Oliver Kendl, im Rahmen meiner Tätigkeit bei Schagerl Music.

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